Therapeutisches Wohn- und Betreuungsprojekt für Kinder - Narnia

Beschreibung

Das Therapeutische Wohn- und Betreuungsprojekt für Kinder – Narnia ist eine Einrichtung des Sozialwerkes der Freien Christengemeinde Bremen e.V. in Bremen Gröpelingen. Das Sozialwerk ist als freier, gemeinnütziger Träger Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV) und betreibt als Schwerpunkt seiner Arbeit verschiedene Einrichtungen im Rahmen der Pflege alter und/oder psychisch kranker Menschen. Seit ca. 25 Jahren engagiert sich das Sozialwerk in der Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Bremen.Ziele des Hauses Narnia *Als heilpädagogische Kleinsteinrichtung will Narnia Familien in Krisensituationen individuell unterstützen.* Es werden Kindern/Jugendlichen Hilfen im Rahmen einer stationären Unterbringung mit pädagogischer Betreuung angeboten. Oberste Priorität der Arbeit ist, die Kinder/Jugendlichen, wenn möglich, wieder in ihre Familie bzw. ihr Herkunftssystem zurückzuführen, indem unter Einbeziehung des Familien- /Herkunftssystems sowie adäquater psychosozialer Hilfen eine dem individuellen Entwicklungsstand der Kinder/Jugendlichen entsprechende, unterstützende Arbeit stattfindet, die den Anstoß für dauerhafte, positive Veränderungsprozesse geben soll. * Sollte die Rückführung eines Kindes/Jugendlichen sich als unrealistisch erweisen, wird nachrangig die Vermittlung in eine Pflegefamilie oder eine familienanaloge Wohn-/Betreuungsform angestrebt. Kontinuierliche Kontakte zum Sozialdienst Junge Menschen, zum Beratungsdienst des Amtes für Soziale Dienste (AfSD) und zu anderen Einrichtungen der Erziehungshilfe, bzw. zu den Mitgliedern der “Heimkonferenz” werden hierfür genutzt. * Für den Fall, daß keine adäquate, neue Unterbringung für ein Kind/einen Jugendlichen gefunden wird, kann es/er optional auch längerfristig in der Einrichtung verbleiben. In diesem Fall sehen wir unsere Aufgabe darin, das Kind/den Jugendlichen in seiner Entwicklung zu stärken, bzw. mit ihm eine Zukunftsperspektive zu entwickeln. * Die Kinder/Jugendlichen sollen dabei nach ihren individuellen Möglichkeiten gefördert werden und Verhaltensalternativen erlernen, die mit den gesellschaftlichen/sozialen Anforderungen ihrer Umgebung korrespondieren.Zielgruppe
* Mädchen und Jungen werden gemäß dem KJHG § 27, § 34 oder § 35a vom 6. bis zum 16. Lebensjahr durch das AfSD Bremen aufgenommen. Die obere Altersvorgabe von 16 Jahren kann in Einzelfällen überschritten werden, wenn dadurch nach Einschätzung der Mitarbeiter die Gruppen- zusammenstellung positiv ergänzt wird.* In der Betreuungsgruppe des Hauses Narnia stehen maximal 9 Betreuungsplätze zur Verfügung. Ein 10ter Betreuungsplatz kann, nach vorangegangener Genehmigung des Landesjugendamtes bei Bedarf übergangsweise aktiviert werden.* Außerhalb der therapeutischen Wohngruppe können zur Zeit bis zu 3 Jugendliche/junge Erwachsene im Rahmen eines Appartement- wohnens auf dem Gelände des Christlichen Bildungs- und Sozialzentrums West (CBS) betreut werden. In diesem Zusammenhang können bei Bedarf die Bildungsangebote der Privatschule Mentor und/oder die vielfältigen Beschäftigungsangebote auf dem Gelände des CBS genutzt werden. * Es sollen Kinder/Jugendliche, für die zum gegebenen Zeitpunkt weder ambulante Hilfen, noch die Unterbringung in einer Pflegefamilie, noch teilstationäre Angebote geeignet sind, stationär im Haus Narnia aufgenommen werden. Das Wohn- und Betreuungsprojekt soll gleichsam den Kindern/Jugendlichen offenstehen, die aufgrund einer psychischen Störung Verhaltensauffälligkeiten aufweisen und daher als Eingliederungshilfe entsprechender Betreuungsmaßnahmen bedürfen. Kinder/Jugendliche mit einem erhöhten Betreuungsbedarf aufgrund einer geistigen oder körperlichen Behinderung, einer schweren körperlichen Erkrankung sowie Kinder mit akuter Suizidgefährdung oder einer ausgeprägten Drogensucht können hingegen nicht aufgenommen werden.Grundlagen der Arbeit* Das Therapeutische Wohn- und Betreuungsprojekt für Kinder - Narnia arbeitet auf der Grundlage eines christlichen Welt- und Menschenbildes. In diesem Zusammenhang steht der Dienst an den zu betreuenden Kindern/Jugendlichen im Vordergrund. Wir verstehen jedes Kind/jeden Jugendlichen als einzigartiges Individuum, dessen persönliche Würde es zu jeder Zeit zu wahren und zu schützen gilt. * Dabei werden die Betreuungsmaßnahmen mit Hilfe eines individuell erstellten Hilfeplanes gemeinsam mit den "Casemanagern" des AfSD auf die Erfordernisse der Entwicklung des Kindes/des Jugendlichen abgestimmt. * Die Arbeitsweise des Mitarbeiterteams orientiert sich an den Methoden der “Systemischen Familientherapie”, sowie „verhaltenstherapeutischen Grundlagen“. * Die Zusammenarbeit mit den Eltern, bzw. personensorgeberechtigten Personen hat einen besonderen Stellenwert im Gesamtkonzept. In diesem Zusammenhang finden regelmäßig Beratungsgespräche Elternnachmittage und verschiedene Gemeinschaftsveranstaltungen statt.* Das pädagogische Team arbeitet im Rahmen einer Bezugspersonenbetreuung, wobei die Mitarbeiter im Bezugssystem für zwei bis drei Kinder/Jugendliche zuständig sind.* Das pädagogische Team besteht aus drei Erziehern/Erzieherinnen, einer Sozialwissenschaftlerin und einem Psychologen. Letztgenannte Mitarbeiter verfügen jeweils über eine systemische Familientherapieausbildung. Daneben stehen Mitarbeiter für die Nachtbereitschaft zur Verfügung. Eine Hauswirtschaftskraft ist für die hausinterne Zubereitung der Mahlzeiten und für Reinigungsaufgaben zuständig.Pädagogische Arbeit mit den Kindern/Jugendlichen* Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit besteht darin, den Kindern/Jugendlichen Geborgenheit, Sicherheit und Schutz zu vermitteln. Dabei sollen die Bedürfnisse jedes Einzelnen berücksichtigt und auf sie eingegangen werden. Die Mitarbeiter unterstützen jedes Kind/jeden Jugendlichen individuell, sowohl im Bereich von Schule und Ausbildung, als auch bei der Gestaltung ihrer Freizeitaktivitäten. * Neben der individuellen Förderung muß sich jedoch ebenso jedes Kind/jeder Jugendlicher in das Gemeinschaftsleben des Hauses einfügen. Die Kinder/Jugendlichen werden unter Berück- sichtigung ihres Entwicklungsstandes in die alltäglichen Arbeiten miteinbezogen. Sie sollen dabei zum einen ihre persönlichen Aufgaben erledigen (z. B. das Aufräumen des eigenen Zimmers übernehmen) zum anderen abwechselnd innerhalb der Hausgemeinschaft mithelfen (z. B. abwaschen, abtrocknen, Tisch decken, etc.). Dazu wird ein Wochenplan aufgestellt, der den Kindern/Jugendlichen helfen soll, sich in einen strukturierten Alltagsablauf einzugewöhnen.* Im Einzelnen erhalten die Kinder/Jugendlichen Unterstützung beim Einüben eigenverantwortlicher Aufgaben, bei der Organisation der Zimmereinrichtung, bei der Alltagsstrukturierung und -bewältigung im häuslichen Bereich, bei Schul- und Ausbildungsangelegenheiten und bei der Freizeitgestaltung. Für Letzteres stehen in unmittelbarer Nähe auf dem Gelände des CBS vielfältige Möglichkeiten, wie z.B. die Nutzung einer Sporthalle oder eines Ballspielplatzes zur Verfügung. Weiterhin werden die Kinder/Jugendlichen bei der Gestaltung von Beziehungen, bei der Findung und Entwicklung der eigenen Identität, bei der Entwicklung von Perspektiven, bei der Integration in bestehende soziale Systeme (Schule u. Freizeitgruppen), bei der Bewältigung im Fall einer spezifischen psychischen Beeinträchtigung, bei der medizinischen, psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgung (Zusammenarbeit mit externen Angeboten), bei der Beziehung zur Herkunftsfamilie/zum Herkunftssystem sowie bei der täglichen Ernährung und Körperhygiene unterstützt.* Auf der Grundlage des erstellten Hilfeplanes wird die Betreuung und Förderung der Kinder und Jugendlichen individuell aufgebaut und in regelmäßigen Abständen gemeinsam mit dem AfSD überprüft. Die Betreuungs- und Fördermaßnahmen werden, soweit möglich, hausintern durch die pädagogischen/therapeutischen Mitarbeiter der Einrichtung abgedeckt. Für den Fall, daß dies aufgrund fehlender spezifischer Qualifikationen oder aus inhaltlichen Gründen nicht leistbar ist, werden die psychosozialen Angebote der näheren Umgebung genutzt. So besteht aktuell beispielsweise eine Kooperation mit der "Schule für Logopädie Bremen", die die sprachtherapeutische Versorgung der betreuten Kinder und Jugendlichen vor Ort im Haus Narnia sicherstellt.* Die stationäre Maßnahme im Haus Narnia kann im Bedarfsfall in Abstimmung mit dem AfSD um zusätzliche Leistungen außerhalb des vereinbarten Pflegesatzes ergänzt werden.